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Kinderbrille zum Schulstart: 5 Mythen die Eltern kennen sollten

Kinderbrille zum Schulstart: 5 Mythen die Eltern kennen sollten
Kinderbrille zum Schulstart: 5 Mythen die Eltern kennen sollten
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„Ich kann das an der Tafel nicht lesen.“ - Ein Satz, bei dem viele Eltern vermutlich sofort hellhörig werden würden. Doch so eindeutig machen Kinder Sehprobleme häufig gar nicht bemerkbar.

Vielleicht rücken sie beim Lesen einfach näher ans Heft, kneifen häufiger die Augen zusammen oder gewöhnen sich daran, dass Dinge in der Ferne etwas unscharf aussehen. Denn für Kinder ist ihr eigenes Sehen zunächst einmal ganz normal – sie kennen es schließlich nicht anders.

Gerade zum Schulstart, wenn Lesen, Schreiben und der Blick zur Tafel wieder zum Alltag gehören, lohnt es sich deshalb, beim Thema Kindersehen genauer hinzuschauen. Zeit, fünf besonders hartnäckige Mythen rund um Kinderbrillen aufzuklären.

 

Mythos 1: „Mein Kind würde schon sagen, wenn es schlecht sieht.“

Nicht unbedingt.

Kinder können eine Fehlsichtigkeit haben, ohne sich über unscharfes Sehen zu beschweren. Besonders wenn nur ein Auge betroffen ist, kann das andere Auge einen Teil der Sehaufgabe übernehmen. Hinzu kommt: Wer die Welt schon immer auf eine bestimmte Weise gesehen hat, hat keinen direkten Vergleich.

Eltern können beispielsweise auf häufiges Zusammenkneifen der Augen, sehr nahes Herangehen an Bücher oder Schwierigkeiten beim Erkennen in der Ferne achten. Auffälligkeiten sollten immer fachlich abgeklärt werden.

 

Mythos 2: „Eine Brille macht Kinderaugen faul oder sogar schlechter.“

Falsch.

Eine richtig verordnete Brille verschlechtert die Augen nicht und macht sie auch nicht „abhängig“ von der Sehhilfe.

Gerade im Kindesalter entwickelt sich das Sehen noch. Eine notwendige Korrektion kann deshalb sogar wichtig für eine normale Sehentwicklung sein. Wird eine relevante Fehlsichtigkeit nicht korrigiert, kann sich in bestimmten Fällen die Sehfähigkeit eines Auges nicht vollständig entwickeln.

Dass einem Kind die Welt ohne Brille später unschärfer vorkommt, bedeutet übrigens nicht automatisch, dass die Augen durch die Brille schlechter geworden sind. Oft hat es sich schlicht daran gewöhnt, wie klares Sehen eigentlich aussieht.

 

Mythos 3: „Die Brille braucht mein Kind nur für die Schule.“

Das lässt sich nicht pauschal sagen.

Ob eine Brille nur in bestimmten Situationen oder möglichst durchgehend getragen werden sollte, hängt von der Art und Stärke der Fehlsichtigkeit ab.

Ein kurzsichtiges Kind benötigt seine Korrektion beispielsweise besonders für Dinge in der Ferne – etwa beim Blick zur Tafel. Bei anderen Sehproblemen kann es dagegen wichtig sein, die Brille über den ganzen Tag zu tragen.

Wann und wie lange eine Kinderbrille getragen werden soll, sollte deshalb immer individuell festgelegt werden.

 

Häufige Anzeichen

Typische Anzeichen, bei denen Eltern genauer hinschauen sollten:

  • häufiges Zusammenkneifen der Augen
  • sehr nahes Herangehen an Bücher, Hefte oder Bildschirme
  • Schwierigkeiten, Tafelanschriften oder Dinge in der Ferne zu erkennen
  • auffällig häufiges Reiben der Augen
  • Kopfschmerzen oder müde Augen nach dem Lesen oder Lernen
  • häufiges Verlieren der Zeile beim Lesen
  • ungewöhnlich schiefe Kopfhaltung oder Drehen des Kopfes beim Schauen
  • ein Auge wird häufiger zugekniffen oder abgedeckt
  • auffälliges Stolpern oder Danebengreifen

Wichtig: Einzelne Anzeichen bedeuten nicht automatisch, dass eine Fehlsichtigkeit vorliegt. Gerade weil Kinder Sehprobleme aber oft selbst nicht eindeutig bemerken, lohnt sich bei Auffälligkeiten eine fachliche Kontrolle.

 

Mythos 4: „Kinderbrillen müssen eh nicht gut passen“

Ganz im Gegenteil.

Gerade eine Kinderbrille sollte richtig gut passen. Schließlich begleitet sie durch einen ziemlich bewegten Alltag: Unterricht, Schulhof, Fahrradfahren, Spielen und Sport.

Die Brille sollte sicher auf der Nase sitzen, nicht ständig herunterrutschen und weder hinter den Ohren noch an der Nase unangenehm drücken. Gleichzeitig sollten die Augen richtig hinter den Brillengläsern positioniert sein.

Deshalb sollte auch eine bereits vorhandene Kinderbrille regelmäßig überprüft werden. Kinder wachsen – und beim Toben kann sich eine Fassung außerdem schon einmal verstellen.

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Mythos 5: „Wenn mein Kind Probleme beim Lesen hat, liegt es an den Augen.“

Nicht zwangsläufig – aber ein guter erster Schritt, um Klarheit zu schaffen.

Gutes Sehen ist eine wichtige Voraussetzung für viele Aufgaben in der Schule. Wird die Tafel unscharf wahrgenommen oder das Lesen als anstrengend empfunden, kann eine unerkannte Fehlsichtigkeit dahinterstecken. Deshalb empfiehlt sich ein Sehtest als erste Anlaufstelle: Er zeigt schnell und unkompliziert, ob die Augen die Ursache sein könnten.

Ist die Sehleistung unauffällig, lohnt sich ein genauerer Blick. Denn hinter Lern- oder Leseschwierigkeiten können auch andere Gründe stecken. Dies sollte dann fachlich abgeklärt werden.

Kurz gesagt: Ein Sehtest ist ein guter Ausgangspunkt, um eine Sehschwäche als mögliche Ursache zu erkennen oder auszuschließen – und um zu wissen, in welche Richtung es weitergehen kann.

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